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Gleisdreieckpark, Möckernkiez und „party people“

Der Sommer kommt und damit die etwas schmutzigeren und lauteren Tage für die Anwohner rund um den Park am Gleisdreieck, dem Aktivareal & Ruheoase inmitten der Stadt.

Quelle: www.parkberlin.de
Gleisdreieck Park Eingang
Hunde an die Leine, kein Grillen und auf den Müll achten und Fußgänger haben überall Vorrang.

Beitragsupdates und Linkliste – danke für die Hinweise und Links:
31. Aug 20 – SPD lädt zum Online Gespräch
28. Aug 20 – mittendran Bericht BI Treffen
27. Aug 20 – Treffen der Bürgerinitiative
21. Aug. 20 – Hunde in öffentlichen Grünanlagen
19. Aug 20 – Forderungskatalog Bürgerinitiative
2. Aug 20 – Beitrag in der rbb Abendschau
31. Juli 20 – Bügerinitiative gegründet
30. Juli 20 – Verstärkte Kontrollen, neue Sitzmöbel
28. Juli 20 – Illegale Partys: Geisel fordert harte Strafen
26. Juli 20 – Straftaten im Gleisdreieckpark
23. Juli 20 – Kontakt-E-Mail aufgenommen

Zu unterschiedlichen Zeiten wird der Park von verschiedenen Gruppen anders genutzt. Den Anfang machen die frühen Jogger und Hundehalterinnen, danach kommen die Kitagruppen und Familien mit Kleinkindern. Die Spielplätze und Wiesen füllen sich langsam. Mit fortschreitender Stunde werden die Besucher älter, bis dann nach den HundehalterInnen am späten Abend die Gruppe der Jugendlichen, ein Mix aus Berlinern, BrandenburgerInnen und internationalen Touristen, den Park für sich übernehmen.

Halten sich die einzelnen Besuchergruppen an die Parkregeln? Wer sich etwas Zeit nimmt, wird feststellen, dass viele Jugendliche zusammen sitzen und sich in gemäßigter Lautstärke unterhalten. So manche Hundehalterin ihr Haustier an der Leine führt und sogar ihre mitgebrachten Beutelchen benutzt und die aufgestellten Müllbehälter findet. Auch die Kitagruppen achten auf die sachgerechte Müllbeseitigung. Und so mancher gestresster Büromensch trinkt noch ein Absackerbierchen aus der Flasche und raucht eine Zigarette, ohne das Glas, den Kronkorken und die Kippe in der Wiese zu entsorgen.

Wer sind also die VerschmutzerInnen und Brüllmenschen?

Eine Langzeitstudie der Humboldt-Universität Berlin aus dem Jahr 2018 belegt, dass nicht primär fehlende Mülleimer, sondern Bequemlichkeit, Faulheit und fehlende Erziehung Gründe für „Littering“ sind. Dabei sind junge Erwachsene im Alter von 18-30 Jahren am häufigsten die VerursacherInnen für Müll durch unnötige Take-Away-Verpackungen. Auf Platz 2 liegen die Jugendlichen und für liegen gelassenen Hundekot ist dagegen eher die Bevölkerungsgruppe der über 50-Jährigen verantwortlich.

Quellen: BUND und Gesellschaftsphänomen Littering – Studie der Berliner Humboldt-Universität
Hunde in öffentlichen Grünanlagen

Eine geschützte Grünanlage regelt sehr klar die Benutzung der Anlagen

Viele Schilder weisen jedenfalls die Besucher auf die geltenden Regeln hin. Viele Parkbesucher können sich an diese auch halten. Jeder Verstoß wäre eine Ordnungswidrigkeit, die sofort mit einem Ordnungsgeld von bis zu 5.000,- € bedacht werden könnte.
Laut den Parkwärtern ist der Katalog der täglichen Ordnungswidrigkeiten und Verbrechen, aber trotzdem sehr lang. Kaum jemand nimmt die Parkwärter ernst oder schert sich, laut ihren Aussagen, um die geltenden Regeln und Verbote: Grillen und offenes Feuer, Missachtung der Anleinpflicht, unerlaubtes Fußballspielen auf der Liegewiese, Kaninchenjagden der Hundehalter, Verunreinigen der Kinderspielplätze, Radfahrer gefährden Fußgänger und umgekehrt, endloses Urinieren und Schlimmeres von Mensch und vielen Haustieren, überall Müll, Mopeds und Roller fahren quer durch den Park, Eingänge sind zugeparkt, Sachbeschädigung und Vandalismus an Bänken, Spielplätzen und Gleisanlagen, Drogenkonsum, Alkohol und endlos Glasscherben, Lärmbelästigung, sexuelle Belästigung, Diebstahl und Körperverletzung. Das ist eine beachtliche Liste, die da aufgezählt wird.

Mehr Zahlen dazu sind hier zu finden Straftaten im Gleisdreieckpark

Mehrere Gruppen, unter anderen auch die Möckernkiez Arbeitsgruppe „Nachbarschaft Park“, nehmen sich nun des Themas an. Es bleibt offen, was zu einem befriedigendem Ziel führt? Ist es der offene Dialog mit den VerursacherInnen?
Es zeichnet sich leicht ab, dass die Anwohnerschaft auf die plumpe Durchsetzung der Einhaltung der Benutzungsregeln drängt. Die Bezirksämter sind zuständig – Punkt. In unterschiedlichsten Berliner Parks wurden bisher schon SozialarbeiterInnen, ParkrangerInnen, Parkhausmeister oder in anderen Städten sogar Nachtbürgermeisterinnen eingesetzt. Doch ohne wirklichen Erfolg. Am Ende, und häufig gerne vor Wahlen, werden dann Ordnungsamt und die Polizei aktiviert. Deren Geschäft ist es eben bei Ordnungswidrigkeiten und Verbrechen einzuschreiten.

Es bräuchte etwas zwischen dem Wahl-kosmetischen Aktionismus, Großeinsätzen mit Hundertschaften und Hubschrauber und einer gelegentlichen Streife von „zahnlosen“ Parkwärtern.
Wie wäre es da zum Beispiel mit einem Standort der Fahrradstaffel der Berliner Polizei mitten im Gleisdreieckpark? Geplant war das schon mal – hilft da eventuell ein bürgerlicher Aufruf an unsere Polizeipräsidentin … praesidialbuero@polizei.berlin.de?
Oder helfen eigen organisierte Plogging-Aktionen durch die Anwohner gegen die Vermüllung?

Diskutiert mit und schreibt einen Kommentar auf dem gleisdreieck-blog.de oder mittendran.de

Zuständig ist das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg,
hier der Link zum Gesetz zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung der öffentlichen Grün- und Erholungsanlagen (Grünanlagengesetz – GrünanlG) vom 24. November 1997

Ein Kommentar

  1. Janina

    Auf gleisdreieck-blog.de gibt es bereits eine Diskussion dazu und mittlerweile auch schon eine Initiative „Unterschriftensammlung und Runder Tisch gegen Ballermann am Gleisdreieck“

Kommentare sind deaktiviert.